Gemeinde Kappel-Grafenhausen - Leben in Rheinkultur

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Die „Fachtagung zu naturnaher Beweidung – Schlüsselstrategie für Biodiversität und Naturschutz" stieß auf „überwältigende Resonanz“, freute sich Bürgermeister Jochen Paleit (unser Bild). Unter den rund 130 Teilnehmern befanden sich auch französische Gäste. Die Schirmherrschaft für diese Tagung hatte der Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg Franz Untersteller MdL übernommen. Stellvertretend war Ministerialrat Karl-Heinz Lieber vor Ort, der sich über sein Grußwort hinaus vielfach in die Diskussion einbrachte.

Auf große Anerkennung stieß auch die neu etablierte Wertschöpfungskette Fleisch von den Wilden Weiden Taubergießen direkt über die örtliche Metzgerei zu vermarkten. Bei der Tagung selbst kam das Fleisch eines Wilde-Weiden-Rindes dank Benjamin Junele frisch gegrillt und schmackhaft auf den Teller (unser Bild).  

Obwohl die Fachwelt schon lange um die herausragende Bedeutung der naturnahen Beweidung bei der Entstehung unserer Kulturlandschaft und bei der Bekämpfung des unübersehbaren Artensterbens, insbesondere des sogenannten Insektensterbens, weiß, ist diese Naturschutzstrategie bisher in den südlichen Bundesländern leider nicht über wenige, meist kleine Pilotprojekte hinausgekommen. Im Gegenteil: Noch bestehende naturnahe großflächige Beweidungen, wie z. B. die Hüteschafhaltung, brechen gerade auf breiter Flur ein.

Bei der Tagung im Rathaus Grafenhausen wurden die Aspekte der naturnahen Beweidung als Schlüsselfaktor bei der Entstehung und Erhaltung der mitteleuropäischen Kulturlandschaften und ihrer Biodiversität umfassend dargestellt und Fragen der Umsetzung unter den heutigen landschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Gegebenheiten diskutiert. Am zweiten Tag folgten Exkursionen zu den Wilden Weiden im Taubergießen und einer Gemeindeviehweide im Kaiserstuhl.

Unter anderem aus dem in Kappel-Grafenhausen beheimateten Projekt Wilde Weiden Taubergießen hat sich eine Gruppe von Fachleuten im vorigen Jahr zusammengefunden und den „Verein zur Förderung naturnaher Weidelandschaften Süddeutschlands e. V.“ gegründet, der in Partnerschaft mit der Gemeinde die Tagung ausgerichtet hatte.