Gemeinde Kappel-Grafenhausen - Leben in Rheinkultur

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Ortsdurchfahrt

Nach rund dreieinhalbjähriger Bauzeit konnte die Fertigstellung der neuen Ortsdurchfahrt Grafenhausen gefeiert werden. Zur offiziellen Übergabe vergangene Woche Mittwoch durfte Bürgermeister Jochen Paleit zahlreiche Gäste begrüßen. Neben Vertretern von Behörden und am Bau beteiligten Firmen waren unter anderem Minister a. D. Helmut Rau und der Bundestagsabgeordnete Thomas Seitz gekommen, um gemeinsam mit Gemeinderat, Anwohnern, Bürgern und Mitarbeitern dieses wegweisende Projekt weg von einer reinen Durchgangsstraße hin zu einem lebenswerten Verkehrsraum, zu einem Plus an Lebensqualität zu feiern.

 

„Eine Hauptstraße, die Dorf, Landschaft und Verkehr versöhnt“:

Unser Planungsziel war „eine Hauptstraße, die Dorf, Landschaft und Verkehr versöhnt“, erklärte Bürgermeister Jochen Paleit und dass dieses Ziel erreicht wurde, darin waren sich vergangenen Mittwoch alle einig. Angesichts einer in den früher 70er Jahren gebauten autogerechten Durchfahrt, die „trennend und störend“ hohe Geschwindigkeiten geradezu provozierte, bestand unmittelbarer Handlungsbedarf; das war dem Bürgermeister bereits bei Amtsantritt klar; umso größer nicht nur seine Freude angesichts der Fertigstellung der mit knapp 5 Millionen Euro teuersten Infrastrukturmaßnahme der Gemeinde.

 

Mit seinen Gästen war sich der Bürgermeister einig, dass nun eine Straße mit verlangsamtem, dennoch flüssigem Verkehr geschaffen wurde, die auf den ganzen Ort ausstrahlt – endlich „eine Ortsmitte, die zum Verweilen einlädt“. Dank schattenspendender Bäume und Pflanzungen, die einen Hitzestau vermeiden, konnte im Zuge dieser Maßnahme überdies „die Landschaft gegen den Klimawandel ins Dorf“ geholt werden.

 

Bürgermeister Paleits Dank galt zum guten Schluss allen, die zum Gelingen dieses wegweisenden Projektes beigetragen haben: dem Gemeinderat, den Behörden und Zuschussgebern, den Anwohnern und Bürgern sowie den Mitarbeitern und nicht zuletzt Minister a. D. Helmut Rau für seinen „steten Einsatz in Stuttgart“ für unseren Ort.    

 

Ortsdurchfahrt„Vorbildcharakter für andere Gemeinden“:
Gerald Schmidt, Leiter des Referates Straßenbau beim Regierungspräsidium Freiburg, dankte wie auch die übrigen Behörden- und Firmenvertreter in seinem Grußwort für die stets gute, beispielhafte Zusammenarbeit. Mit der neuen Ortsdurchfahrt wurden gleich mehrere Ziele erfüllt: Verkehrssicherheit, Ortsbild, Landesstraße und Leitungssanierung in einem – kurzum „eine ganz tolle Nummer“ war der zuständige Referatsleiter beim Regierungspräsidium Freiburg des Lobes voll. „Super gelungen“ genieße die neue Ortsdurchfahrt Grafenhausen „Vorbildcharakter für andere Gemeinden“, hob er hervor.

Ortsdurchfahrt„Beispielhaftes Projekt weit über die Grenzen des Ortenaukreises hinaus“:
Auch der Leiter des Straßenbauamtes, Roland Gäßler, der die Grüße des Landrates überbrachte, war des Lobes voll. Den Umbau der Ortsdurchfahrt würdigte er gar als „beispielhaftes Projekt weit über die Grenzen des Ortenaukreises hinaus“. Man habe in Kappel-Grafenhausen sehr viele Belange unter einen Hut gebracht, betonte auch er; hier sei man „sehr nah am Idealbild dran“. Er persönlich freute sich auch, zukünftig „wenig Arbeit mit der Straße“ zu haben.

 

OrtsdurchfahrtKatja Maier vom Dezernat Ländlicher Raum, die laut Bürgermeister Paleit mit stolzen 602.520 Euro einen stattlichen Beitrag „für alles Schöne“, also die Gestaltung der Seitenbereiche inklusive Bepflanzung, geleistet habe, freute sich, dass man auch dank der Fördermittel aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum weg von einer seelenlosen hin zu einer blühenden, schön gestalteten Ortsmitte gekommen sei. Auch sie zeigte sich beeindruckt vom Ergebnis.

Grußworte kamen auch von den beauftragten Tief- und Straßenbauunternehmen, namentlich von Rainer Ruf, Firma Pontiggia, und Johannes Rimmele, Firma Joos. Rimmele brachte es im Rückblick auf die insbesondere für Anwohner anstrengende Bauphase wie folgt auf den Punkt: „Ende gut, alles gut“.

755 Tage Bauzeit:

Ralph Liebold vom beauftragten Büro Unger Ingenieure ließ Zahlen sprechen – äußerst kurzweilig wohlgemerkt. Beim Umbau der Ortsdurchfahrt wurden pro Einwohner des Ortsteils Grafenhausen 4,5 Quadratmeter neu hergerichtet  beziehungsweise 1.070 Kilogramm Asphalt verarbeitet und 4 Quadratmeter Pflaster verlegt. Mehr als 200 Grundstücke entlang der Hauptstraße erhielten im Zuge der Maßnahme neue Hausanschlussleitungen für Trinkwasser und Strom. Rund 60 private Grundstückseigentümer nutzten die Chance, ihre privaten Leitungen zu sanieren. An exakt 755 Tagen wurde gebaut, hatte  Ingenieur Liebold ermittelt; 151 Jour fixe fanden während der Bauzeit statt und auch der Gemeinderat war bei diesem Großprojekt intensiv dabei.

 

Der Spatenstich für den 1. Bauabschnitt des rund 4,7 Millionen Euro teuren Großprojektes, das noch nicht schlussabgerechnet ist, war am 31. Oktober 2014. Dem ersten folgte im Juni 2016 quasi nahtlos der 2. Bauabschnitt. Bezuschusst wurde die Maßnahme mit rund 900.000 Euro für Fahrbahndeckensanierung inklusive Entwässerung vom Regierungspräsidium Freiburg und rund 600.000 aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum. Zum Abschluss des gelungenen Großprojektes wurde das symbolische Band durchgeschnitten, ehe bei einem Stehempfang die neue Ortsdurchfahrt – die neue Ortsmitte gebührend gefeiert wurde.

 

Weitere Fakten/Zahlen zum Umbau der Ortsdurchfahrt:

Ausbaulänge Ortsdurchfahrt L 103: 1.665 m

Neue Asphaltfläche: 11.150 m²

Neues Betonpflaster: 10.100 m²

Neue Hauptleitung Wasserversorgung: 1.950 m (inkl. Seitenstraßen)

Neue Hausanschlussleitungen Wasserversorgung: 1.600 m

Neubau von Hausanschlussleitungen Kanal: 215 Stück

Verlegung von Kabelschutzrohren: 6.650 m