Gemeinde Kappel-Grafenhausen - Leben in Rheinkultur

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Nach einem erfolgreichen Erörterungstermin im Landratsamt Emmendingen, bei dem alle Behörden und Eigentümer zum Projekt gehört wurden, hat das Landratsamt nun dem Wasserversorgungsverband Südliche Ortenau den vorzeitigen Baubeginn für die künftige Wiesenwässerung von ca. 18 ha Fläche im Bereich des Heuweggrabens auf Gemarkung Rheinhausen genehmigt. Die Unterhaltungsarbeiten an bestehenden Gräben inklusive Entfernung von Gehölzen wurde daraufhin umgehend begonnen, die eigentlichen Bauarbeiten folgen noch und werden Ende März beendet sein. Dann kann erstmals probegewässert und künftig die neue Fläche dreimal jährlich überflutet werden. Eine Maßnahme, die der Natur und der Landwirtschaft hilft.

Die neue Wiesenwässerung dient als ökologischer Ausgleich für den derzeit im Bau befindlichen 3. Tiefbrunnen des Wasserversorgungsverbandes Südliche Ortenau. Um die neue Wasserentnahmestelle herum darf aus Hygienegründen nicht mehr gewässert werden, weshalb ein Ausgleich an anderer Stelle notwendig war.

„Ich bin froh und stolz dass es uns in einer regionalen Teamleistung aus Verwaltungen, Ingenieuren, Wissenschaftlern, Juristen und Bürgermeistern jetzt nach über 10 Jahren gelungen ist, dass wir nun diese Ersatzwiesenwässerung bauen dürfen und damit einen der größten Steine für die Genehmigung unseres 3. Tiefbrunnens aus dem Weg geräumt haben. Danken möchte ich Bürgermeister Metz für die zeitweise Projektleitung sowie enge Kooperation und ganz besonders Wiesenwässerungswart Martin Weber, der durch seinen praktischen Sachverstand viele praxisnahe Lösungen ermöglicht und immense Kostenreduzierungen erreicht hat. Derzeit sind wir an der absoluten Fördergrenze. Nach dem hoffentlich positiven, endgültigen Planfeststellungsbeschluss zur Ersatzwiesenwässerung, mit dem wir im 2. Quartal rechnen, kann der neue 3. Tiefbrunnen probeweise, nach einem weiteren wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren dann dauerhaft in Betrieb genommen werden. Damit können wir die stetig wachsende Nachfrage nach Trinkwasser zunächst sichern. Weitere Maßnahmen werden in den kommenden Jahren noch folgen müssen“, so Pascal Weber, der neue Verbandsvorsitzende des Wasserversorgungsverbandes Südliche Ortenau.

Fabian Mayer, der die Bauarbeiten ökologisch begleitet, zu den Details der jetzigen Arbeiten: „Am Mühlenhofgraben entlang der stark befahrenen L111 zwischen Rheinhausen und Herbolzheim mussten die vorhandenen Gehölze aus Gründen der Verkehrssicherung weichen. Damit erreichen wir auch eine optimale Befahrungsmöglichkeit direkt entlang des Grabens, weshalb dann auch die bisherige Notwendigkeit zur halbseitigen Straßensperrung bei Unterhaltungsmaßnahmen künftig entfallen kann. Eine vom Eschentriebsterben befallene Esche sowie die riesige Hybridpappel entsprechen ohnehin nicht mehr den Auflagen zur Standsicherheit von Straßenbegleitgrün. Die meisten kleineren Gehölze werden ortsnah umgesetzt oder zu Totholzhaufen für Insekten aufgesetzt. Eine Weide wird belassen, aber zur „Kopfweide“ umgeformt. Deren Wert für die Natur geht also nicht verloren. Dies alles wird vor Ort betreut und ist im Vorfeld umfangreich mit der Naturschutzbehörde abgestimmt worden. Verbunden mit dem Hinweis auf die genannten Zusammenhänge möchten wir daher um Verständnis für diese auffälligen Eingriffe in Natur und Landschaftsbild bitten“.

Der Wasserversorgungsverband Südliche Ortenau mit Sitz in Ringsheim, der von den Gemeinde Ringsheim und Ettenheim getragen wird, versorgt derzeit Ringsheim, Ettenheim und Altdorf. Weiter wird Trinkwasser an die Nachbargemeinden Mahlberg, Kappel-Grafenhausen und Rust geliefert. Allein die jetzige Ersatzmaßnahme „Wiesenwässerung“ wird insgesamt knapp eine halbe Million Euro kosten. Dazu kommen noch die Kosten für den eigentlichen Brunnen und weitere Maßnahmen. Dies ist aus Sicht des Verbandes gut angelegtes Geld in die Sicherung der Trinkwasserversorgung, wird sich aber sicher auch auf die künftigen Wasserpreise niederschlagen