Gemeinde Kappel-Grafenhausen - Leben in Rheinkultur

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Die Netze BW will mit ‚Öko-Trafos‘ Mineralöl einsparen. Ein Standort des landesweiten Pilotprojekts findet sich in unserem Ortsteil Grafenhausen beim Anwesen von Gemeinderat Bernhard Santo (unser Bild, von links): Der Leiter des Netzbetriebs Rheinhausen, Reinhard Jäger, Bürgermeister Jochen Paleit, Kommunalberater Daniel Kalt von der EnBW und Bernhard Santo.

Die Netze BW testet großflächig den Einsatz von Pflanzenöl als Isolator in Transforma­toren. Einer dieser ‚Öko-Trafos‘ steckt in der neuen Ortsnetzstation in der Hauptstraße im Ortsteil Grafenhausen.

Recht unscheinbar wirkt die neue, kompakt ausgeführte Ortsnetzstation in der Hauptstraße. Doch mit dem Trafo im Inneren, der den Strom von 20.000 Volt auf die in Haushalten üblichen 400/230 Volt herunterspannt, hat die EnBW-Tochter Neuland betreten. Zur Isolation und Kühlung nutzt er biologisch abbaubares Pflanzenöl anstatt des gebräuchlichen Mineralöls. Die neue Umspannstation wurde vor Kurzem in Betrieb genommen.

Bis Ende Herbst will die Netze BW insgesamt 102 ihrer rund 26.500 Ortsnetzstationen in Baden-Württemberg mit den grün gestrichenen ‚Öko-Trafos‘ ausstatten. Der Netzbetreiber schätzt, allein mit der Testserie 37 Tonnen Mineralöl einzusparen. Spezielle Messsysteme ermitteln ein Jahr das Verhalten des vorwiegend aus Raps gewonnenen Isoliermittels unter Hitze, Kälte, Feuch­tigkeit oder star­ker UV-Strahlung. Der Hintergrund des Projekts in Kooperation mit dem Hersteller Siemens: Besonders in ökologisch empfindlichen Bereichen wie Wasserschutzschutzgebieten ist Mineralöl beim Betrieb von Trafos nicht erlaubt. Die bisher eingesetzten Alternativen gelten als technisch aufwändig und zudem teuer. Deshalb hatte die Netze BW bereits seit 2010 mit Pflanzenöl im Netzbetrieb experimentiert. Im Falle positiver Testergebnisse könnte zukünftig generell auf Mineralöl in Trafos verzichtet werden. Laut Geschäftsführer Martin Konermann ist die Netze BW „auf diesem Weg bisher der einzige Verteilnetzbetreiber in Deutschland“. Bürgermeister Jochen Paleit erklärt: „Die Gemeinde Kappel-Grafenhausen freut sich, an dieser innovativen Technik teilhaben zu dürfen.“