Gemeinde Kappel-Grafenhausen - Leben in Rheinkultur

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Am Donnerstag vergangener Woche besuchte der baden-württembergische Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft, Dr. Andre Baumann, auf Einladung der Grünen-Landtagsabgeordneten und stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Sandra Boser die Wilden Weiden Taubergießen (unsere Bilder).

Seit April 2015 weiden dank Initiierung von Bürgermeister Jochen Paleit im Auftrag des Naturschutzes mittlerweile 30 wilde Salers-Rinder und seit neuestem auch drei Konik-Pferde im Naturschutzgebiet Taubergießen. Dabei betonte der Bürgermeister vor den versammelten Projektvertretern unter anderem aus dem Ortenauer Veterinäramt, Regierungspräsidium und Landschaftserhaltungsverband Ortenaukreis (LEV), dass ihm die „Rückbesinnung auf alte Kulturlandschaften“ besonders am Herzen liege. „Wir haben hier im Naturschutzgebiet Taubergießen auf etwa 100 Hektar ein einzigartiges Projekt der wilden Beweidung und sehen bereits nach zwei Jahren einen großen Erfolg“, so Bürgermeister Paleit. Als nächstes stünde nun die Frage an, wie man am besten bei der Schlachtung vorgehe, so Regina Ostermann, Geschäftsführerin des LEV. „Die Tiere hatten ein schönes Leben, also sollen sie auch einen schönen Tod haben“, so die Forstwirtin, die sich um die öffentliche Vermarktung des Projekts und der Tiere bemüht.

Beim anschließenden gemeinsamen Vorortbesuch betonte Staatssekretär Dr. Andre Baumann, dass das Land stolz sei auf Projekte wie dies. „Das passt perfekt in die Naturschutzstrategie Baden-Württembergs. Das Ziel, natürliche Prozesse zurück in die Landschaft zu bringen, wird durch die ungesteuerte Beweidung enorm gefördert“, lobte der Staatssekretär das Engagement von Bürgermeister Paleit und sämtlichen Projektpartnern aus Verwaltung und Wissenschaft. Seit dem 1. September 2017 kann dank Landesförderung auch noch eine weitere Mitarbeiterin im Rahmen einer Projektstelle zum Gelingen des Projektes in Kappel-Grafenhausen beitragen.

Auch die Grüne-Wahlkreisabgeordnete Sandra Boser äußerte sich positiv über die Entwicklung des Projektes in Kappel-Grafenhausen. „Vor zwei Jahren konnte man sich nicht vorstellen, wie das Gebiet sich entfalten würde. Heute grasen hier Rinder und Pferde in einer von ihnen mit geschaffenen natürlichen Umgebung. Die Verbindung von Naturschutz und Landwirtschaft wird hier optimal umgesetzt und kann ein Beispiel für andere sein“, so die Landtagsabgeordnete.

Da die Tiere sich anders als bei der konventionellen Weidehaltung frei auf dem 100 Hektar-Terrain bewegen können war es für die Besucher gar nicht so einfach, einen Blick auf sie zu erhaschen. Zum Abschluss gelang es mithilfe des verantwortlichen Landwirtes aber doch noch; das hinterließ bei den Teilnehmern des Besuches ein zufriedenes Gefühl.