Gemeinde Kappel-Grafenhausen - Leben in Rheinkultur

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Wappen Kappel am Rhein
Es war Freitag, der 22. Juli 1266. Das kleine Fischerdörfchen Kappel am Rhein hatte hohen Besuch. Viele Grafen, Fürsten, Bischöfe und andere weltliche und geistliche Würdenträger kamen zu Pferd angeritten um einen jahrelangen Krieg mit einem Friedensvertrag zu beschließen, der als Friedensschluss von Kappel in die Geschichtsbücher eingehen sollte.

Die Bevölkerung am Oberrhein hatte viel gelitten, die meisten Dörfer waren zerstört und geplündert worden. Die feindlichen Gruppen in diesem Krieg waren auf der einen Seite die Anhänger des Straßburger Bischofs und auf der anderen Seite als Gegner die Bürger der Stadt Straßburg mit vielen Anhängern und Sympathisanten. Dieser Konflikt, anfänglich nur innerhalb von Straßburg, weitete sich über das gesamte Oberrheingebiet aus, weil beide Seiten Unterstützung bekamen bis in den Schweizer Raum und weit  hinein ins Elsass. Auch die Habsburger, die Freiburger Grafen, der Abt von St. Gallen, der Domprobst von Basel oder der Erzbischof von Trier und vor allem die Geroldsecker waren in diese kriegerische Sache verwickelt.

Die Bürger von Straßburg wollten sich als Kriegsziel von der Bevormundung durch den Bischof lösen und den meisten anderen Kriegsteilnehmern ging es darum, ihren Besitz an Ländereien und Ansiedlungen zu vergrößern. Einer der damals sehr seltenen schreibkundigen Menschen hat uns als Chronist viel Information über die Kämpfe überliefert. Die Straßburger Stadttruppen und ihre Verbündeten gingen als Sieger aus den Kampfhandlungen und den Kappler Verhandlungen hervor und konnten sich viele Freiheiten für ihre Stadt sichern.

Diese urkundliche Erwähnung vom Friedensschluss zu Kappel im Jahr 1266 galt ja bis vor kurzer Zeit als die Kappler Erstnennung und wurde erst korrigiert, als Walter Batt und Bruno Jäger vom Arbeitskreis Historie im Sommer 2013 im Archiv zu Straßburg eine Urkunde entdeckten, in der Kappel schon im Jahr 1219 erwähnt wird. So kann nun im Jahr 2019 das Fest zum 800. Jubiläum gefeiert werden.

(Autor: Walter Batt)